Verlernen wir zu denken?
Künstliche Intelligenz ist für uns zum Alltag geworden und aus der Arbeitswelt und dem normalen Leben nicht mehr wegzudenken.
Generative KI ist dabei aktuell die wohl bekannteste Form, da sie überall in den Medien erwähnt und von den großen Unternehmen mit Milliardensummen gefördert wird. ChatGPT, Gemini, Claude, etc. wohl jeder hat schon einmal von diesen Chatbots gehört.
Und auch ich als Softwareentwickler nutze diese Systeme, aber meist nicht so, wie es viele andere tun.
Denn ich lasse mich inspirieren, challengen und informieren, aber übernehme nichts von den Dingen, ohne sie zu überprüfen und zu verstehen. Genau, erst wenn ich es verstanden und durchdrungen habe, akzeptiere ich die Inhalte.
Und das ist auch wichtig, wollen wir keine kognitiven Schulden aufbauen.
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VERSTEHEN – Deep Dive
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Lagern wir unsere Denkprozesse aus und überlassen das Denken, Verstehen und Analysieren den Maschinen, machen wir uns auf Dauer abhängig.
Denn unser Gehirn ist wie ein Muskel, der auch trainiert werden möchte. Tun wir das nicht, verkümmert er.
Dann spricht man von kognitiven Schulden, da wir auf Nachfrage mitunter gar nicht erklären können, wie wir auf eine Lösung gekommen sind. Wir nichts gelernt haben, da wir das Denken und Durchdringen nicht selbst erlebt haben und auch kritisches Denken immer seltener gelingt, weil wir uns in diesem nicht mehr üben.
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ENTSCHEIDEN – Research Snack
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Laut einer MIT Studie [1] (Ein Preprint, welcher noch nicht Peer Reviewed wurde), nutzen Menschen, die ein Essay mit Hilfe von KI schreiben, messbar weniger Gehirnaktivität, wie andere Gruppen, die das Schreiben selber übernehmen.
Zudem gleichen sich die Ergebnisse von Nutzern von KI immer weiter an, so dass man eher zu einem soliden Mittelmaß gehört, als zu interessanten und lesenswerten Ausreißern [2].
Und auf Dauer kann es dazu führen, dass wir unser kritisches Denken immer weiter verlernen und uns dadurch schlechter auf die Herausforderungen des Alltags einstellen können [3].
Das bedeutet nicht, dass wir auf KI und den wirklich genialen und spannenden Lösungen verzichten sollten. Nein, es bedeutet vielmehr, einen bewussten und nachhaltigen Einsatz pflegen, bei dem KI ein Werkzeug ist, welches uns unterstützt, aber nicht ersetzt.
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GESTALTEN – Deine Aktion
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Um das zu erreichen kannst du folgendes tun:
– Kläre zuerst ohne die KI, wozu du sie brauchst. Dadurch durchdringst du dein Ziel und bist klarer, wohin die Reise gehen soll.
– Nutze die KI als Sparringspartner für Ideen, Alternativen und Kritik. Aber schreibe und denke selbst!
– Wiederhole die Aufgaben, ab und zu, ohne die KI zu nutzen. Dann erkennst du, ob du wirklich was gelernt hast, oder bereits abhängig bist.
Es ist ein Werkzeug, nicht die Erweiterung deines Gehirns!
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Ressourcen
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Hier noch ein Link zur Youtube-Folge
https://youtu.be/uHvZX7VALJQ
[ 1 ]: https://www.brainonllm.com/
[ 2 ]: https://economics.mit.edu/sites/default/files/inline-files/Noy_Zhang_1.pdf
[ 3 ]: https://www.mdpi.com/2075-4698/15/1/6
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Danke für deine Zeit und Aufmerksamkeit.
Bis bald,
Andre Schütz
Verstehen. Entscheiden. Gestalten.
