Warum KI dich nicht dumm, aber bequem macht und wie es besser geht
KI macht dich nicht dumm. Aber sie kann dich bequem machen und genau darin liegt die Gefahr. Denn es passiert nicht laut, nicht plötzlich, nicht mit einem großen Moment des Kontrollverlusts. Es beginnt harmlos: Eine Mail soll besser klingen, eine Präsentation klarer werden, ein Gedanke braucht Struktur. Also lässt du die KI formulieren, sortieren, prüfen. Und jedes Mal fühlt es sich an wie Hilfe. Bis du irgendwann nicht mehr wie ein Autor liest, sondern wie ein Abnehmer.
Diese Folge zeigt, warum das eigentliche Risiko nicht darin liegt, dass KI schlechte Antworten gibt. Schlechte Antworten wecken Widerstand. Gefährlich wird es dort, wo KI fast richtig liegt, wo sie Reibung entfernt, Unsicherheit glättet und dir das Gefühl gibt, du müsstest selbst nicht mehr ganz so genau hinsehen.
Mit der stoischen Perspektive wird klar: Nicht der Text ist das Problem. Deine Zustimmung ist der Ort der Verantwortung. Epiktet und Marcus Aurelius erinnern daran, Eindrücke nicht automatisch anzunehmen, sondern sie anzuhalten und zu prüfen. Genau das braucht es im Umgang mit KI. Moderne Forschung bestätigt dabei kein simples „KI macht dumm“, sondern ein genaueres Bild: KI verschiebt Denken.
Quellen
[1] Lee, Sarkar, Tankelevitch, Drosos, Rintel, Banks & Wilson, 2025
Titel: The Impact of Generative AI on Critical Thinking: Self-Reported Reductions in Cognitive Effort and Confidence Effects From a Survey of Knowledge Workers
https://dl.acm.org/doi/10.1145/3706598.3713778
[2] Goddard, Roudsari & Wyatt, 2012
Titel: Automation bias: a systematic review of frequency, effect mediators, and mitigators
Immer auf dem Laufenden bleiben?
Abonniere den Momentum-Newsletter!
Von André Schütz
Gründer von Stoa Novus, Softwareentwickler, Autor,
Praktiker an der Schnittstelle von Stoizismus, Wissenschaft, KI und Selbstführung.
Mehr auf der About Seite.
Das Stoa Novus Buch
