Je komplexer die Welt, desto gefährlicher wird ein Satz:
„Ich bin mir sicher.“
Nicht weil wir kein Selbstvertrauen in unsere Meinungen haben sollen, sondern weil wir immer weniger Zeit aufwenden, die Informationen auch wirklich zu prüfen.
Ob unser Urteil stimmt, hängt nur begrenzt von unserer Selbstsicherheit ab. Wir können uns sicher sein, aber dennoch falsch liegen. Und die Forschung bestätigt dies. Wer sich vor einer Einschätzung bewusst fragt, was er nicht weiß, kann Überkonfidenz reduzieren. [1]
Vor einer Entscheidung also nicht nur die bereits bekannten Informationen betrachten, sondern auch fragen:
- Wie wahrscheinlich ist es?
- Was würde unsere Meinung ändern?
- Welche Information fehlt?
Sich die Zeit zum Prüfen zu nehmen und nicht jede Meinung als gegeben anzuerkennen ist kein Mangel an Entschlossenheit. Es ist die Fähigkeit, entschlossen zu handeln, ohne das eigene Urteil mit der Realität zu verwechseln.
In einer komplexen Welt gewinnt nicht, wer am sichersten klingt, sondern wer am saubersten prüft.
Bis zum nächsten Mal,
Andre
Quelle
[1] Across-subject correlation between confidence and accuracy: A meta-analysis of the Confidence Database
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10777204/
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Von André Schütz
Gründer von Stoa Novus, Softwareentwickler, Autor,
Praktiker an der Schnittstelle von Stoizismus, Wissenschaft, KI und Selbstführung.
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